IDBS Blog | 2. Dezember 2014

Vorwärts und aufwärts: IT und Automatisierung im Labor

Die Automatisierung ist ein wichtiger Trend in der Pharma- und Biotech-Branche. Die robotergestützte Handhabung und Verarbeitung von Proben hat sich aus den Bereichen des Hochdurchsatz-Screenings in die Forschungslabors verlagert. Fast jedes Labor verfügt heute über einen Roboter für die Handhabung von Flüssigkeiten oder die Entnahme von Klonen und Zellen, und Instrumente für das Einzelzell-Screening ersetzen fluoreszenzaktivierte Zellsortierer. Die Wissenschaftler wünschen sich einen nahtlosen Datenfluss von den Laborgeräten zu Verarbeitungs-, Analyse- und Wissensplattformen. Gastbloggerin Agnes Huot, ehemalige Leiterin der F&E-IT bei Biogen Idec, erklärt.

Inzwischen gibt es IT und Software zur Konfiguration einer integrierten Automatisierungsumgebung. Die vielleicht interessanteste Entwicklung in diesem Bereich ist das elektronische Laborjournal (ELN), das nicht mehr nur der Archivierung von geistigem Eigentum dient, sondern ein echtes Transaktionsinstrument für den täglichen Laborbetrieb ist. Das moderne ELN kann Dateien direkt von Instrumenten oder von wissenschaftlichen Datenmanagementsystemen (SDMS) oder Laborinformationsmanagementsystemen (LIMS), sowie die Durchführung von Analysen.

Die Informationsarchitektur darf jedoch nicht nur eine IT-Herausforderung sein, sondern muss in den Labors gelebt werden. Viele Labors speichern Rohdaten immer noch lokal in ihren Instrumenten und ergreifen Maßnahmen, um Daten auf gemeinsam genutzten Dateisystemen nur dann zu speichern, wenn die lokale Festplatte voll ist oder wenn ein Wissenschaftler oder ein Labor eine Experimentkampagne für aufbewahrenswert hält. Aber dann heißt es "speichern und vergessen" - einmal schreiben, nie wieder lesen. Die IT-Abteilung kann als Datenverwalter fungieren, aber letztlich sind die Wissenschaftler die Eigentümer der Daten. Sie sind der Schlüssel zur Sicherstellung des Datenwerts.

Auch Forschung und IT müssen zusammenarbeiten, um die Laborprozesse zu verstehen und in wiederholbare Arbeitsabläufe zu übersetzen. Bis dahin können diese Arbeitsabläufe nicht so gestaltet werden, dass sie unendlich flexibel sind, ohne die Konsistenz der Analyse zu beeinträchtigen.

Die Aufgabe der Automatisierung umfasst jetzt nicht nur technische Kenntnisse über eine Anwendung, sondern über mehrere Anwendungen und deren Integrationspunkte oder -möglichkeiten. Der "Power-User"-Wissenschaftler braucht dabei die Hilfe der IT, und die IT muss den Geschäftsprozess verstehen. Die Unternehmen wiederum müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie diese anwendungsübergreifenden Arbeitsabläufe aufrechterhalten können - möglicherweise müssen sogar eigene Rollen für diese "Workflow-Architekten" geschaffen werden. Eines ist sicher - IT und ELNs wird weiterhin eine Schlüsselrolle im Labor spielen und die Wissenschaft vorantreiben.

Agnes was the senior IT partner to Biogen Idec’s research, which includes biologics and small-molecule drug discovery. She was also the architect and strategic owner of the ConnectedLab initiative, which has delivered an integrated environment of electronic lab notebook, molecule registration, lab instrument data management, inventory and project browser.

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